FWS

Das Friedrich Wilhelm Stift als evangelische Einrichtung

Im Friedrich Wilhelm Stift helfen haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende Kindern, Jugendlichen und Familien zu einem eigenständigen, verantwortlichen und erfüllten Leben zu finden. Das Stift wurde vor über 150 Jahren zwar nicht von der Evangelischen Kirche gegründet, die Verantwortlichen betreiben es aber bis heute bewusst als eine evangelische Einrichtung. Nur wurde niemals ausdrücklich festgestellt, was dies für die Arbeit im Friedrich Wilhelm Stift bedeutet. Im Umfeld einer Volkskirche wurde das nicht als Mangel empfunden. Bewußt oder unbewusst war allen Beteiligten selbstverständlich klar, was „evangelisch“ meint. Erst die Herausforderungen von Säkularisierung und Pluralismus machen es notwendig, zur Charakterisierung „evangelisch“ Klärendes festzustellen.

Stiftungszweck

Laut Satzung dient die Stiftung der Förderung der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Sie möchte Menschen in Not ohne Ansehen der Person, Religion oder Nationalität helfen. Darum betreibt sie als alleinige Gesellschafterin zwei gemeinnützige Gesellschaften: die Friedrich Wilhelm Stift gGmbH und die Jugendgemeinschaftswerk Hamm gGmbH. Die dafür zur Verfügung stehenden Mittel stammen aus den Erträgen des Stiftungskapitals, aus Spenden, aus Schenkungen, aus Vermächtnissen und sonstigen Zuwendungen Dritter. Die Stiftung leitet die ihr zugewandten Mittel ausschließlich und unmittelbar zur Förderung und Unterstützung an andere öffentlich-rechtliche oder steuerbegünstigte Körperschaften, die im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe tätig sind, zur Verwendung für deren steuerbegünstigte Zwecke weiter.

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Geschichte des FWS

Der Begriff „Evangelisch“

Der Begriff „evangelisch“ diente niemals in erster Linie der Ausgrenzung oder sogar Abwertung anderer Überzeugungen. Martin Luther fasste mit dieser Bezeichnung biblische Glaubensaussagen zusammen, die im Mittelalter verloren gegangen waren, und forderte ihre Beachtung. Der Begriff „evangelisch“ bedeutete für ihn keine polemische Abgrenzung.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg gegen Ende des 17. Jahrhunderts nannte man alle Staaten und staatsähnlichen Körperschaften, die nicht katholisch waren, „Evangelische Konfessionsverwandte“. Der Begriff „evangelisch“ diente damit zuerst der Zusammenführung von Lutheranern und Reformierten und erst in zweiter Linie der Abgrenzung von den Katholiken.

Die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland entstehenden Unionskirchen bezeichneten sich ausnahmslos als Evangelische Kirchen. Das galt auch für Preußen. König Friedrich Wilhelm III. forderte zum Reformationsjubiläum von 1817 lutherische und reformierte Gemeinden zu einer Union und Bildung einer „evangelischen“ Kirche auf.

Diese besondere Ausprägung der Bedeutung des Wortes „evangelisch“ gilt nur für den deutschen Sprach- und Kulturraum. Wollte man den Begriff etwa ins Englische übersetzen, müsste man „evangelical“ sagen. Die Rückübersetzung „evangelikal“ schlösse eine fundamentalistische Auslegung des Wortes ein. Die für die Arbeit im Friedrich Wilhelm Stift  wesentliche verbindende Bedeutung des Wortes „evangelisch“ ginge damit verloren.

„Evangelisch“ im Neuen Testament

Die Bedeutung des Wortes „evangelisch“ ist zuerst aus der Bibel, insbesondere dem Neuen Testament, zu erklären. In den Berichten über die erste Predigt Jesu wird sein Kommen und seine Botschaft mit dem Begriff „Evangelium“ – „gute Nachricht“ ist die wörtliche Übersetzung des entsprechenden griechischen Wortes – zusammengefasst: „Evangelium“ ist die Ansage der neuen Zeit Gottes im Unterschied zur durch den Sündenfall bestimmten alten Zeit (Mrk. 1, 15; Matth 4, 11; Luk 4, 18.19). Christen glauben, in Christus sei diese neue Heilszeit in der Welt angebrochen und werde in seiner Auferstehung zu Ostern endgültig offenbart. Sie sehen den Beginn der neuen Zeit in den Worten und Taten Jesu bestätigt. Anderen ist dies alles verborgen. Sie verstehen Jesus nur als vorbildlichen Menschen oder gar als Gotteslästerer, der zum Tod am Kreuz verurteilt werden muß.

Christen leben gleichsam in zwei Zeiten, weil sie täglich die alte Sündenzeit erleben und doch zugleich Zeichen der neuen Zeit im Glauben erkennen und auf dieser Grundlage selber Zeichen für ein Leben gemäß der neuen Zeit setzen können. Dieser Glaube wird jedem Christen in der Taufe geschenkt und bewirkt die Möglichkeit einer entsprechenden Lebensgestaltung. In Kirche und Gemeinde kann der Glaube gestärkt werden. So lässt sich die Fähigkeit einüben, Erfahrungen des Alltags nach dem Maßstab des Evangeliums zu bewerten und die daraus folgenden Entscheidungen zu treffen. Der Maßstab des Evangeliums gibt als entscheidender Grundwert den letzten Ausschlag für die Arbeit des Friedrich Wilhelm Stiftes.

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